TV89 Zuffenhausen – Spvgg Feuerbach II 8 : 5 (4 : 2) – Kai Prechter trifft aus allen Lagen. Die Hintermannschaft(en) hinterlassen viele Fragen. Über den Schiedsrichter soll man nix sagen. Viele Verletzte zu beklagen. Hauptsache gewonnen.


Unzufriedenheit gibt es in jedem Kader, ob beim Tabellenführer oder bei Bayern München (Horst Heldt, Sportdirektor Hannover am 07.10.2018)

Schlotwiese 23° C. Blauer Himmel, Sonnenschein – goldener Oktober wäre noch eine Untertreibung. Die Spieler, die mit hängenden Köpfen das Spielfeld verlassen, haben verloren. Es sind die Spieler in rot. Die insgesamt faire Partie mit fairen Sportlern (nur drei gelbe Karten) und freundlichen Gästen ist zu Ende. Die Fans und die Spieler feiern gemeinsam das torreiche Spiel.  Silbern leuchtet am Ende das Licht auf dem grünen Kunststoffgrund.

Nach einer Abtastphase, so sagt man das nicht nur im Massagesalon, wobei manche Akteure den Eindruck vermitteln als seien sie einem Literatur-Nobelpreiswerk José Saramangos entsprungen, gelingt Kai ein Querpass auf Nils zum 1 : 0 (12.) Prompt kassieren wir im Gegenzug das 1 : 1. (13.) Es war eine kurze Freude nur, dann wieder auf Augenhöhe, tja. Ein unglücklicher Zusammenstoß mit 2018 10 07 Feuerbach 02Torhüter Julian Carasco sorgt für eine lange Unterbrechung. Kai hatte den Ball eigentlich und wollte ihn im Strafraum mitnehmen. Den herausstürzenden Julian konnte er jedenfalls nicht sehen. Beim Zusammenstoß dachte man, dass Knochen brechen, splittern oder bersten; aber beide haben Gott sei Dank eine gewisse Polsterung um sich, dass nichts Schlimmeres passiert. Da sieht man wieder, wie wichtig gut essen und trinken sind! Fast so wichtig wie eine Torhüter-Kappe gegen eine blendende Sonne. 2018 10 07 Feuerbach 05Trotzdem muss Julian leider nach ein paar weiteren Minuten passen. Wir wünschen ihm und Luca Schauer, der mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus musste ebenso eine gute Besserung wie unserem Billy, der in zweiter Hälfte unglücklich auf eine alte Schulterverletzung fiel. Zuvor fielen aber noch gegen Ende der ersten Hälfte schlagartig die Tore. Nach einem Zweikampf im eigenen Strafraum, der kein Elfmeter für die Talkrabben erbrachte, machten es die Schlotwiesenjungs endlich mal schnell. Ruck zuck wurde die Kugel in die Offensive befördert, wo sich Nils durchsetzt und dessen halbherziger Torschuss für Kai eine Fallrückzieher Chance ermöglicht. Unhaltbar für jeden Keeper, weil Kai ja selber nicht weiß, wo der Ball hingeht. Unmittelbar danach seine Vorlage auf Yannik, Zack ein Doppelschlag zum 3 : 1 und noch vor der Halbzeit nach einem kleinen Anschlusstreffer und Hoffnungsschimmer zum 3 : 2, postwendend der Pass in die Schnittstelle von Jakob auf Kai und der zum 4 : 2.

Halbzeit

Apropos Kai. Dem gelingt fußballerisch gerade alles. Gustav Gans im Strafraum. Wenn er in der Nähe des Balls ist wird das Umfeld magisch beschworen. Der Gegenspieler verstolpert, gibt freiwillig das 2018 10 07 Feuerbach 01Spielgerät her oder fällt im Strafraum mit der Hand auf die Kugel. Ein Schuss aufs Tor ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Treffer. Gibt Kai eine Vorlage wird es ein Assist. Fällt Kai rückwärts, wird es das Tor des Jahres. Aber es war beileibe keine Soloshow. Es war eine Mannschaftsleistung. Eine geschlossene Mannschaftsleistung allerdings nicht, dafür stand man zu häufig hinten offen wie ein Scheunentor. Nach einer zwanzigminütigen Torflaute erhöht Kai nach Vorlage von Yannik auf 5 : 2. Vorentscheidung denkt man, wie man halt so denkt. Doch nach einem 5 : 3 und einem 5 : 4 und einem möglichen 5 : 5 denkt man wieder anders. Klar fehlen viele Stammspieler und es ist auch keine Besserung in Sicht. Ganz im Gegenteil. Aber so können nun die, die oft im Hintergrund stehen oder sitzen zeigen, was sie drauf haben. Tatsächlich zeigen Nico Kolb, Moritz Schüler und Arjan, was sie so drauf haben. Nico besorgt nach überlegtem Rückpass von Moritz das 6 : 4, Arjan kann die Ecke von Jakob nicht direkt verwandeln, sodass sein Schuss abprallt und wem? – natürlich Kai vor die Füße fällt, der dann weiß, wie´s geht: 7 : 4. Jetzt kann ich aber aufs Klo. »11 Tore müsst ihr sein«, habe ich schon die Headline vor meinen Augen. Aber nach dem Gang steht´s nach Foulelfmeter schon wieder 7 : 5. Ein Eckball von Jakob auf den Kopf von Stefan Nübler stellt in der Schlussminute der Nachspielzeit mit 8 : 5 den Endstand her.
Unser Team hatte heute Dank eines überragenden Kai Prechters am Ende die Nase vorn. Die Verletzungen entstanden allesamt unglücklich. Wann hatte man das letzte Mal so ein Ergebnis? Bislang sieht es gut aus beim TV89. Obwohl wir nicht so gut bestückt sind wie Bayern München, spielen wir wieder ganz oben mit. Nächste Woche geht es in die Trollinger Landschaft zum TSV Uhlbach und deren Torjäger Marc Kevin Thöne, der bereits 11 Tore geschossen hat. Anschließend empfangen wir daheim den Weinberg-Nachbarn der Uhlbacher, den TB aus Untertürkheim - Rotenberg. (2,18 Km Luftlinie)
Jetzt gab es in der letzten Zeit so schöne Spielberichte von Christian Bauer. Vielleicht auch nächste 2018 10 07 Feuerbach 06Woche wieder? Schaut mal hier kurz alle Tore vom TV89: (12') Nils Wietzer | (40', 48', 68', 77') Kai Prechter | (41') Yannik Häringer | (75') Nico Kolb | (90' +5) Stefan Nübler. Ich dachte noch, es würde gefilmt werden. Quasi Spiel der Woche. War es auch. Aber die Filmemacher hatten wohl etwas Besseres vor.

Der TV89 spielte mit ganz, ganz vielen Eigengewächsen: A. Grantsanlis – Nübler, Scharpfenecker, Schüler, Lechner – Wietzer (Kolb), J. Albrecht, V. Grantsanlis (Neidhart), Braun, Häringer (Kuqi) – Prechter (Hofmann)

Wer weiß wie viele?

Share